Monoplatte mit kollektivem Gedächtnis

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WK IV/Wohnkomplex Reichenbacher Berg

In Guben, ehemals Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, dem Geburtsort des ersten Präsidenten der DDR Wilhelm-Pieck, ging die Bevölkerung ähnlich wie in anderen ostdeutschen Städten massiv zurück. Die Stadt verlor seit 1990 ca. 1/3 ihrer Bevölkerung und wird 2015 voraussichtlich nur noch 21.400 Einwohner zählen. Dabei nimmt der Anteil der über 60jährigen stetig zu, die jungen, arbeitsfähigen Familien wandern dagegen in Städte ab, die ihnen eine berufliche Perspektive bieten.

Aufgrund dieses Bevölkerungsschwunds hat Guben einen hohen Leerstand aufzuweisen, der mit dem Abriss von 440 Wohnungen bis zum jahr 2004 eingedämmt werden soll. Betroffen sind vor allem Wohnblöcke des sogenannten WK IV, jetzt Wohnkomplex Reichenbacher Berg. Die Neubaublöcke in diesem Wohngebiet sind fast ausschliesslich in der Plattenbauweise P2 erbaut. Dieser Plattentyp ist fünfgeschossig und zeichnet sich durch ein grosses Wohnzimmer mit Fensterfront und Durchreiche sowie Küche und Bad ohne Fenster aus. Der Plattentyp P2 wurde Ende der siebziger Jahre als Revolution der industriellen Plattenbauweise gewertet, weil er bei grösserer Wohnfläche, gleiche Baukosten produzierte.

Wohnblock Typ P2 Abrissbirne knabbert an Wohnblock Panoramasicht auf WK IV Schutthaufen

Der Wohnblock Corona-Schröter-Strasse 2-12 (ehemals Marchlewski-Ring) mit 60 Wohnungen wurde im Februar 2003 abgerissen. Der Wohnblock in der Hugo-Jentsch-Strasse 13.24, bekannt aus der Presse wegen des Amoklaufs eines Algeriers, fiel im Juni 2003 der Abrissbirne zum Opfer.

W.-P.-ST. GUBEN